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Nachhaltigkeit bei Schwyzer KMU: Das Bewusstsein ist vorhanden, die Umsetzung steht noch am Anfang

Wie nachhaltig wirtschaften kleine und mittlere Unternehmen im Kanton Schwyz? Welche Massnahmen setzen sie bereits um und wo bestehen noch Herausforde-rungen? Diesen Fragen sind Schwyz Next und die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Rahmen der Studie «Nachhaltig Schwyz» nachgegangen.

Für die Untersuchung wurden 4000 KMU im Kanton Schwyz angeschrieben. Insgesamt flossen 570 gültige und vollständig ausgefüllte Fragebogen sowie zehn vertiefende Interviews in die Auswertung ein. Die Studie zeigt: Nachhaltigkeit ist bei vielen Unternehmen grundsätzlich angekommen. Zwischen dem vorhandenen Bewusstsein und der konkreten strategischen Umsetzung besteht jedoch noch eine deutliche Lücke.

Nachhaltigkeit wird verstanden, aber selten systematisch verankert

84 Prozent der befragten Unternehmen geben an, Nachhaltigkeit gut oder sehr gut zu verstehen. Gleichzeitig haben nur rund 32 Prozent Nachhaltigkeit klar oder teilweise in ihrer Unternehmensstrategie verankert. Nur 28 Prozent haben eine verantwortliche Person für das Thema bestimmt und lediglich 24 Prozent verfügen über definierte Nachhaltigkeitsziele.

«Viele KMU setzen bereits einzelne nachhaltige Massnahmen um. Häufig geschieht dies jedoch im betrieblichen Alltag und noch nicht als Teil einer übergeordneten Unternehmensstrategie», lautet eine zentrale Erkenntnis der Studie.
Besonders verbreitet sind Aktivitäten in den Bereichen Abfallvermeidung und Recycling, Energieeffizienz sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nachhaltigkeit zeigt sich damit in vielen Unternehmen bereits in konkreten Abläufen und Entscheidungen.

Kosten, Zeit und fehlende Relevanz als grösste Hürden

Als grösste Hindernisse nennen die Unternehmen die fehlende Relevanz für das eigene Geschäftsmodell, zusätzliche Kosten und die Belastung durch das Tagesgeschäft. 33,4 Prozent sehen Nachhaltigkeit derzeit als wenig relevant für ihr Unternehmen. 29,7 Prozent nennen zusätzliche Kosten als Hürde, 27 Prozent verweisen auf mangelnde Zeit im Tagesgeschäft.

Auffällig ist, dass fehlendes Wissen deutlich seltener als Problem genannt wird. Die Herausforderung liegt somit weniger darin, Nachhaltigkeit grundsätzlich zu verstehen, sondern vielmehr darin, sie mit vertretbarem Aufwand in konkrete unternehmerische Entscheidungen zu übersetzen.

Nachhaltigkeit wird künftig an Bedeutung gewinnen

Gleichzeitig gehen die befragten KMU davon aus, dass Nachhaltigkeit in Zukunft wichtiger wird. 52 Prozent erwarten, dass das Thema in den nächsten fünf Jahren wichtig oder sehr wichtig sein wird. Treiber sind unter anderem Kundenanforderungen, die öffentliche Diskussion, Geschäftspartner und Lieferketten sowie zunehmende regulatorische Erwartungen.

Die Studie zeigt deshalb auch einen konkreten Unterstützungsbedarf. Gewünscht werden insbesondere finanzielle Fördermöglichkeiten, praktische Leitfäden und Best-Practice-Beispiele, Möglichkeiten zur Vernetzung sowie praxisnahe Weiterbildungen und Instrumente für die Umsetzung.

Nachhaltigkeit als unternehmerische Aufgabe verstehen

Die Ergebnisse zeigen, dass Nachhaltigkeit für KMU nicht nur eine ökologische, sondern auch eine betriebswirtschaftliche und organisatorische Frage ist. Effizientere Prozesse, ein bewusster Umgang mit Energie und Materialien, attraktive Arbeitsbedingungen und eine vorausschauende Unternehmensführung können dazu beitragen, Kosten zu senken, Risiken zu reduzieren und die Zukunftsfähigkeit eines Betriebs zu stärken.

Für viele Unternehmen geht es dabei nicht um grosse Einzelprojekte, sondern um realistische und zum eigenen Betrieb passende Schritte. Entscheidend ist, relevante Handlungsfelder zu identifizieren, Verantwortlichkeiten zu klären und Fortschritte sichtbar zu machen. So kann Nachhaltigkeit vom punktuellen Engagement zu einem festen Bestandteil der Unternehmensentwicklung werden.

Wie es weitergeht

Die Studie bildet die Grundlage für die nächste Phase von «Nachhaltig Schwyz». Im Rahmen des bis Juni 2028 laufenden NRP-Projekts entwickeln die Projektträger – Schwyz Next und die FHNW – ein praxisorientiertes Programm für Schwyzer KMU.

Ab Januar 2027 werden Unternehmen mit Workshops, Webinaren und individuellen Coachings dabei unterstützt, konkrete Nachhaltigkeitsthemen im eigenen Betrieb weiterzuentwickeln und umzusetzen. Über die nächsten Schritte, Teilnahmemöglichkeiten und Ergebnisse wird fortlaufend informiert.

 

Neue Regionalpolitik NRP

Das Projekt «Nachhaltig Schwyz» von Schwyz Next wird mit Beiträgen der Neuen Regionalpolitik (NRP) unterstützt.

Mit der Neuen Regionalpolitik (NRP) fördern Bund und Kantone das Berggebiet, den weiteren ländlichen Raum und die Grenzregionen bei ihrer regionalwirtschaftlichen Entwicklung.

Die NRP hat zum Ziel, in diesen Räumen den Strukturwandel zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Kanton Schwyz will davon abgeleitet die Wettbewerbsfähigkeit seiner Regionen und Unternehmen stärken und deren Wertschöpfung erhöhen. Damit sollen regionale Arbeitsplätze erhalten und geschaffen sowie die regionalen Unterschiede verkleinert werden.

Kontaktpersonen

Marcel Neuhaus, Senior-Projektleiter, Schwyz Next: marcel.neuhaus@schwyz-next.ch, Tel. +41 79 758 41 88

Prof. Dr. Rolf Meyer, Professor für Entrepreneurship, FHNW: rolf.meyer@fhnw.ch, Tel. +41 56 202 72 98


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