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H+I-Lunch mit Adrian Steiner: Globale Herausforderungen, regionale Stärke

Der Lunch des H+I – Der Schwyzer Wirtschaftsverband im Seehotel Waldstätterhof in Brunnen bot einen hochkarätigen Einblick in die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und Chancen der Region.

Adrian Steiner, CEO von Thermoplan und designierter Präsident der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ), präsentierte eine fundierte und gleichzeitig praxisnahe Analyse der aktuellen Lage, geprägt von globalen Handelskonflikten, technologischer Transformation und der zentralen Frage: Wie bleibt der Werkplatz Schweiz zukunftsfähig?

Erfolg durch Einfachheit, Verfügbarkeit und Innovation
Heute exportiert Thermoplan 98 Prozent seiner Produkte, darunter Kaffeevollautomaten für globale Marken wie Starbucks oder McDonald’s. Die Wettbewerbsvorteile liegen jedoch nicht im Preis, sondern in der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Geräte.
«Unsere Maschinen müssen weltweit innert maximal vier Stunden wieder einsatzbereit sein, egal ob in Sydney oder Tokio», betont Steiner. Voraussetzung dafür sei eine konsequent vereinfachte Konstruktion, die auch in Ländern mit minimaler Werkzeugausstattung gewartet werden kann. Die Grundwerte Flexibilität, Begeisterung und Einfachheit bilden das Fundament dieses Ansatzes. «Alles, was einfach zu benutzen ist, ist erfolgreich», bringt es Steiner auf den Punkt.

Knapper Rohstoff, steigende Nachfrage
Ein weiterer Punkt ist die Verfügbarkeit des Rohstoffs Kaffee. Während der globale Konsum wächst, nimmt das Angebot ab. Für Steiner ist klar: «Wir müssen innovative Lösungen entwickeln, um mit weniger Bohnen gleichbleibende Qualität zu erzielen.»
Forschung und Entwicklung hält Thermoplan bewusst am Standort Schweiz, überzeugt davon, dass höchste Ingenieurskunst und Innovationskraft eng mit den hiesigen Rahmenbedingungen verbunden sind.

Handelspolitische Unsicherheiten
Besonders anspruchsvoll bleibe der US-Markt, der rund ein Drittel des Thermoplan-Umsatzes ausmacht. Die US-Strafzölle von 39 Prozent belasten das Unternehmen erheblich. Steiner schilderte eindrücklich, wie aktiv US-Bundesstaaten um internationale Firmen wie Thermoplan werben. Während die USA wirtschaftspolitisch geschlossen auftreten, sei Europa in dieser Hinsicht deutlich im Nachteil.
Die jüngsten Zollsenkungen vom 6. April stimmen vorsichtig optimistisch, dennoch bleibe man der politischen Willkür, insbesondere unter US-Präsident Trump, ausgesetzt. Steiners Antwort darauf: konsequente Investitionen in Technologie und Wertschöpfung.
Der Vortrag von Adrian Steiner bot eine fundierte, realitätsnahe Einordnung der wirtschaftlichen Lage in der Zentralschweiz aus Sicht eines Unternehmers, der täglich an der Front internationaler Märkte agiert. Im Anschluss blieb genügend Zeit für die Pflege des Netzwerkes und den regen Austausch. Zurück blieben zahlreiche Denkanstösse und die Erkenntnis, dass regionale Stärke oft aus globaler Erfahrung wächst.


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