5 Dezember 2019

Energiestrategie – wo stehen wir?

Die Energiestrategie der Schweiz ist bis 2050 gut aufgestellt. Einem wachsenden Energiebedarf steht ein sinkender Energieverbrauch gegenüber. Foto: Referent Dr. Pascal Previdoli, Stv. Direktor / Leiter Energiewirtschaft Bundesamt für  Energie BFE.

Energie 411

 

Geht uns bald der Strom aus?

Der Referent Dr. Pascal Previdoli, Stv. Direktor / Leiter Energiewirtschaft Bundesamt für  Energie BFE beantwortet diese Frage mit einem klaren: «Nein, bei den gegenwärtigen Planungszielen und den Entwicklungen des Strommarktes bleibt die Energieversorgung gesichert.»
Im Anschluss an den Vortrag am Donnerstag, 5. Dezember 2019, fand im Hotel «Drei Könige» in Einsiedeln ein Stehlunch zum „Networken“ statt.

Was ist die Schlüsselbotschaft des Referats?
Einerseits steigt der Strombedarf durch zunehmende Elektroverbraucher und eine zu erwartende Elektromobilität.
Andererseits ist durch verstärkte Massnahmen der Energieeffizienz über die letzten Jahre eine Senkung des Stromverbrauchs zu beobachten.
Die Energiequellen sind in der politischen Planung bis 2035 vorausschaubar, danach bis 2050 nur spekulativ beantwortbar und hängen von weiteren Entwicklungen des Europäischen Gesamtstrommarktes ab.

Klar ist, dass sich im geografischen Europa heute noch kein Staat allein mit Insellösungen der Stromerzeugung wirtschaftlich autonom versorgen kann. Der Gesamtmarkt gleicht sich untereinander je nach Bedarf durch Energie-Zu- und Verkäufe aus. D.h. ein Ausstieg aus Atom- und fossile Brennstoffe wird in der Schweiz durch Zukauf grundlastsichernder Atom- und Kohlestromeinheiten auf europäischer Ebene kompensiert.  Inwiefern Atom- und Kohlemeiler EU-weit durch regenerative Kraftwerke ersetzt werden können, wird die weitere Akzeptanz dieser Anstrengungen in den betroffenen Regionen zeigen. Die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe sowie der Einsatz von Biogas, sichert keine flächendeckende Versorgung, sondern ist eher spezifischen Anwendungen vorbehalten.

Künftige Energiequellen
In der Schweiz liegt der Fokus der regenerativen Stromerzeugung in der Wasserkraft.
Diese soll wie die Photovoltaik weiter ausgebaut werden.
Als Energiequellen kommen in Frage:
• Grosse und kleine Photovoltaik
• KVA, ARA, Holz
• Gross- und Kleinwasserkraft
• Geothermie
• Biogas
• Windkraft (im Verhältnis geringster Anteil)

CO2-Kompensation
Mit den gesetzlichen Massnahmen soll eine gesicherte Stromversorgung und bis 2050 eine Null-CO2-Emmission erreicht werden.
Null-Emmission von C02 bedeutet, es soll aus den verschiedensten Quellen nicht mehr von diesem Gas in die Atmosphäre abgegeben, wie durch natürliche oder technische Systeme gebunden werden kann.

Der Bund fördert die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien unter anderem mit der kostenorientierten Einspeisevergütung (KEV). Diese soll ab 2023 auf seine Effizienz überprüft und gegebenenfalls durch Direktinvestitionen ersetzt werden.

Hier direkt zum Bericht des BFE

Hier zum Presseartikel, erschienen am 6.12.19 im Höfner Volksblatt

Hier zum Presseartikel, erschienen am 6.12.19 im Bote der Urschweiz

Bericht und Fotos: Axel B. Bott, 5.12.19
Fotos von l.n.r.: Andreas Kümin, Präsident des H+I begrüsst die Gäste der Veranstaltung.
Michael Tschümperlin, Verstand und Veranstaltungsressort im H+I begrüsst den Redner und stellt das Thema vor.
In Position: Andreas Kümin, Dr. Pascal Previdoli, Michael Tschümperlin.
Stehlaunch im Hotel «Drei Könige», Einsiedeln, immer ein Erlebnis für sich.